Jahresrückblick 2018 Laura Ramstein / in 4 Bildern

Da ich in letzter Zeit nicht mehr so oft an regionalen Anlässen anzutreffen bin, aber trotzdem noch fleissig für OLG Basel/OLV Baselland an den Start gehe: Ein kurzer Jahresrückblick aus dem Osten (Zürich – Studium) oder noch weiteren Osten (Österreich – OL Nationalteam).

Saisonstart in China

Zu Beginn des Wintertrainings durfte ich zum ersten Mal an der Park World Tour in China (Guangzhou) teilnehmen. Die Reise in den Osten war nicht nur aus sportlicher Hinsicht ein Erlebnis, sondern beinhaltete auch das Kennenlernen einer interessanten, mir fremden (OL-) Kultur. Das Drumherum mit aufwändigen Eröffnungsshows, Siegerehrungen, Interviews, Plakaten und Sightseeingtouren war den chinesischen Organisatoren mindestens so wichtig wie ein reibungsloser Wettkampf. Nach diesem erlebnisreichen Auftakt nahm ich das alltägliche Wintertraining wieder auf. Mit Hinblick auf die EM im Tessin standen immer wieder Sprungtrainings und Bergintervalle auf dem Programm. Aber auch das Alternativtraining im Schnee durfte nicht fehlen. Im März fokussierte ich mich auf den Sprint und nutze die hochwertigen Trainings, Wettkämpfe und Analysen beim Bergen Sprint Camp. Das Sprintwochenende in Norwegen hat den Anspruch nicht nur qualitative hochstehende OL-Bahnen zu bieten, sondern im Austausch mit anderen LäuferInnen aus verschiedene Nationen an der Sprinttechnik zu feilen. Je näher der Frühling kam, desto mehr zog es mich aber verständlicherweise in den Süden der Schweiz. Fürs Jahreshighlight verbrachte ich mehrmals einige Trainingsstunden in der Sonnenstube.

Saisonhighlight

Schon bald stand das Saisonhighlight vor der Tür. Vor 13 Jahren stand ich beim Zieleinlauf der JWOC im Tessin, feuerte voller Begeisterung die vielen Nordwestschweizer AthletInnen an und freute mich über ihre Erfolge. Nun durfte ich selber auf der Startlinie stehen, in einer mir vertrauten Tessiner Umgebung laufen und die grossartige Unterstützung geniessen. Bei den Einzelläufen und der Staffel konnte ich solide Wettkämpfe abliefern. Besonders war für mich aber natürlich unser Diplomplatz in der Sprint-Staffel. Die letzte Strecke bin ich schon öfter gerannt, aber ich hatte noch nie das Gefühl, dass ich so ein klares Konzept wie dieses Mal hatte. Dass ich um einen Diplomplatz gefightet habe, hatte ich erst im Ziel realisiert. Ein schöner Teamerfolg, der gemeinsam mit der Medaille von Gernot Kerschbaumer in der Langdistanz dem gesamten Team einen Motivationsschub für die WM in Lettland gab. Den Sprintstaffel-Erfolg konnten wir dort leider nicht wiederholen, dafür kam es bei der Herrenstaffel zum Showdown, bei dem für Österreich letztendlich der 4. Platz herausschaute. Trotz solider Leistungen beim Sprint-Finale und der Staffel freute ich mich bei dieser WM v.a. über das Staffeldiplom der Herren und natürlich über die absolut geniale Leistung von Fäbu bei der abschliessenden Langdistanz.

WeCZion 2021

Das langfristige Ziel des österreichischen Verbandes – WeCZion 2021 – fokussiert sich auf die Weltmeisterschaften in Tschechien. Deshalb legte ich nach einer kurzen Sommerpause, die ich mit Trailrunning in den Bergen verbrachte, im Herbst den Schwerpunkt auf den Weltcup in Tschechien. Im Vorfeld des Weltcups trainierte ich mit meinem Österreichischen Club im Czech Paradise, einem grossartigen OL-Gelände im Sandsteingebiet. Doch das Gelände war nicht nur zum Geniessen da. Von den tschechischen OL-LäuferInnen, die mit uns trainierten, bekamen wir einige Inputs, wie man sich zwischen den Sandsteinen am besten orientiert. Für uns eher «untypische» Routenwahlen können in diesem Gebiet sehr schnell sein. Tipps und Tricks nahm ich mit in den Weltcup, aber es half leider nichts. Ich kämpfte in jedem Wettkampf mit der Startphase und blieb unter meinen Erwartungen. Aufgestellt hat mich aber die positive Stimmung im Team, denn wir haben erstmals in jeder Weltcuprunde mindestens ein Diplom erlaufen – die mit Abstand erfolgreichste Saison der letzten Jahre für Österreich.

Saison-Ausklang

Wenn auch die letzte Weltcuprunde in Tschechien etwas zu wünschen übrig liess, bildete der Weltcup für mich den Abschluss einer erfolgreichen Saison – gute Voraussetzungen, um motiviert ins Wintertraining zu starten. Zuerst gönnte ich mir aber noch ein paar trainingsplanfreie Tage, die ich aber nicht ganz ohne Sport verbringen konnte. Wäre auch schade gewesen, das tolle Trailrunningwochenende im sonnigen Tessin auszulassen. Gleichzeitig nutzte ich die Zeit, um in meine letzte Studiumsphase zu starten. Die Masterarbeit wird mich nun bis in den Frühling begleiten und mich – wie könnte es anders sein – weiterhin mit dem Wald befassen lassen. Bis bald im Wald!

Leave a Comment